Einen Tag in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme zu verbringen ist Pflicht für jeden Hamburger Schüler und jede Hamburger Schülerin, denn dieser Besuch soll im Zusammenhang mit einer entsprechenden Vor- und Nachbereitung eine demokratiebildende Wirkung bei den Schülern erzeugen, die sich dadurch mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands befassen müssen.

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Als wir am 2. Oktober in dem in eine Gedenkstätte umgewandelten KZ-Neuengamme ankamen, begann um 9:30 Uhr unsere Führung und uns wurde zunächst eine nähere Einführung in die historischen Hintergründe des Baues des Konzentrationslagers gegeben und uns wurde erzählt, dass die Begrünung des Geländes erst nach dem 2. Weltkrieg stattgefunden hat.
Danach haben wir uns etwas weiter von dem Geländeeingang entfernt und bei den ehemaligen Holzbaracken haltgemacht, deren Standort heute durch Gesteinstrümmer mit kniehoher Umzäunung (Bild 1) gezeigt wird. Dort wurde uns von der menschenunwürdigen und verabscheuungswürdigen Behandlung der Menschen erzählt, die in den Baracken teilweise je zu dritt auf einer Etage eines Dreistockbettes liegen mussten. Außerdem lernten wir etwas über die daraus resultierenden hygienischen Missstände und dass an den dort entstehenden Krankheiten oder durch die Unterlassung medizinischer Hilfe viele Häftlinge starben.

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Ab etwa 11:00 Uhr hatten wir eine Pause von ca. 45 Minuten, in der wir die von uns mitgebrachte Verpflegung essen konnten und uns zudem die Ausstellung “Zeitspuren: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938-1945 und seine Nachgeschichte” ansehen konnten, wo es unter anderem einen Bildschirm gab, auf dem man in Neuengamme verstorbene Häftlinge nach verschiedenen Daten wie Nachname, Nationalität oder Häftlingsnummer suchen konnte (Bild 2), sowie die Biografien von einigen Inhaftierten (Bild 3).
Nach der Pause sind wir zum Stichkanal gegangen, einem künstlich angelegten Kanal, der zur Dove-Elbe führt und von Häftlingen ausgehoben wurde und dem Transport der im Klinkerwerk hergestellten Ziegel nach Hamburg dienen sollte.
Die letzte Station unserer Tour war dann das Klinkerwerk (Bild 4 & 5), in dem Millionen von Ziegelsteinen hergestellt wurden. Dieser Arbeitsplatz, der insbesondere im Winter durch seine Überdachung vorteilhaft war, war oft besser gestellten Häftlingen vorbehalten, wie z.B. Deutschen.
Nach dieser Station war die Tour zwar vorbei, allerdings wurde insbesondere bei der Nachbesprechung im Geschichtsunterricht klar, dass der Besuch vielen Schülern nahegegangen ist, denn als die Frage aufkam, was besonders in Erinnerung geblieben ist, gab es sehr viele verschiedene und durchdachte Antworten. Mir persönlich war z.B. vor dem Besuch nicht klar, dass in dem Konzentrationslager viele Menschen gar keine Juden waren, sondern einfach aufgrund ihrer Nationalität inhaftiert wurden, wenn sie keine Deutsche waren.
Und eben weil es immer noch etwas gibt, dass man lernen kann und dieser Teil der deutschen Geschichte nicht vergessen werden darf, denke ich, dass der Besuch einer solchen Gedenkstätte zur Bildung von Jugendlichen in Deutschland dazugehören muss und damit den Geschichtsunterricht effektiv unterstützt.
Ein Beitrag von Ioannis (10e)











